Stetten

Die Feuerwehr Stetten wurde in den späten 70er Jahren des 19. Jahrhunderts durch Beschluss des bürgerlichen Collegiums gegründet. Zur selben Zeit wurden die Statuten entworfen und die Feuerwehr eingerichtet, organisiert und in 6 Züge eingeteilt. 26 weibliche und 28 männliche Kameradinnen und Kameraden gehörten, zu meist als Wasserträger, der Feuerwehr an. Nach Vorschrift der Statuten wurden die Vorstandsmitglieder (Scharschierten) gewählt. Erster Kommandant war nach dem Protokoll Josef Stern, der damalige Müller des Ortes, die Ausrüstungsgegenstände hatte er größtenteils selbst beschafft, ein Rettungsseil sowie einen Rettungshaken wurden gestellt. Nur die Mannschaft des ersten Zuges sowie der Stellvertreter des Kommandanten wurden vollständig ausgestattet, die übrigen Züge mussten sich vorerst mit der nötigsten Ausrüstung begnügen. Schon vor der Gründung der Feuerwehr verfügte Stetten über zwei Feuerspritzen, die von den Spritzenmeistern Johannes Rall und Johannes Fehrenbacher, dem Dorfschmied, nach Übungen und Einsätzen gewartet wurden. Bereits ein Jahr nach Gründung der Wehr wurde die erste Hauptübung mit anschließendem Umtrunk, welcher vom bürgerlichen Collegium zur Gemeindepflege mit 30 Mark unterstützt wurde, abgehalten. Wurde in anderen Ortschaften Hilfe geleistet, wurde dafür Entschädigung bezahlt. Kurze Zeit nach der Gründung der Feuerwehr ist laut Protokoll für die Schlauchmannschaften Helme und Beinkleider und für die Spritzenmannschaften Joppen oder Blusen beantragt worden. Da zumeist sonntags Übungsdienst war und man sich sonst die Sonntagskleidung beschädigte oder verschmutzte. Zur Zeit der Weltwirtschaftskrise in den späten 20er Jahren bis Mitte der 30er Jahre im letzten Jahrhundert kam die Feuerwehr Stetten in arge Bedrängnis. Da sie sich in einem schlechten Zustand befand und auch über zu wenige Feuerwehrkameraden verfügte, worauf mehrere Schreiben des Oberamtes Rottweil an das Stettener Bürgermeisteramt hinwiesen. So heißt es zum Beispiel in einem Schreiben des Oberamtes Rottweil an das Schultheissenamt Stetten vom 20. Dezember 1928: “Schultheissenamt und Gemeinderat müssen es sich angelegen sein lassen, dass in Zukunft öftere und gründlichere Übungen und insbesondere Schulübungen abgehalten werden, damit die Schlagfertigkeit der Feuerwehr, durch die allein größere Brände verhütet werden können und die sich nur durch dauernde und gründliche Übungen erzielen lässt, gehoben wird. Auch sollte der Anschaffung einer mechanischen 12m Leiter im Interesse der Hebung der Schlagfertigkeit der Wehr in Bälde näher getreten werden. Die Erledigung der Anstände ist alsbald in die Wege zu leiten. Bis 1. März 1929 wolle berichtet werden, inwieweit die Beanstandungen behoben sind”. In einem weiteren Schreiben vom 31. 10. 1934 heißt es: “Dem Herrn Bürgermeister wird zur Pflicht gemacht, die Bestrebung des Feuerwehrkommandanten, die Wehr auf die volle Höhe zu bringen, tatkräftig zu unterstützen, insbesondere dafür zu sorgen, dass die Übungen vollzählig besucht werden. Falls erforderlich ist gegen die Säumigen mit Ordnungsstrafen vorzugehen”. Nach den Kriegsjahren wurde die Mannschaftsstärke der Feuerwehr Stetten 1947 auf 23 Mann reduziert und durch Neue Einstellungen verjüngt.

Bis ins Jahr 1952 verfügte die Feuerwehr Stetten lediglich über eine Handdruckspritze (Bj. 1879), dann wurde eine TS-6/6 Tragkraftspritze mit Anhänger zum Preis von 5.500 DM (davon 1.400 DM Zuschuss) angeschafft. Das erste Fahrzeug folgte am 20. 11. 1970. Es handelte sich dabei um ein Tragkraftspritzenfahrzeug zum Preis von 26.113,09 DM, welcher mit 60 % vom Land bezuschusst wurde. Das Fahrzeug wurde im Jahre 2001 ausgemustert. Die Feuerwehr Stetten wurde im Zuge der Gemeindereform 1973 eine Abteilungsfeuerwehr der Feuerwehr Zimmern o. R.. Das neue Feuerwehrhaus bezog die Feuerwehr 1980, im Untergeschoss des Kindergartens. Die Übernahme des LF 8 (Bj. 1971) von der Abteilung Zimmern 1994 war bis Dezember 2002 im Einsatz. Aufgrund der hohen Instandsetzungskosten wurde 2002 ein neues LF 8/6 für die Abteilung Stetten angeschafft. Der Aufbau ist nahezu identisch zu den beiden Fahrzeugen in Horgen und Flözlingen, jedoch wurde ein Mercedes Atego 815 als Fahrgestell gewählt.

Es waren folgende Kommandanten im Dienst der Feuerwehr Stetten: Josef Stern, Paul Reetz (Schultheiss), Bartholomäus Bihl, Christian Etter, Martin Rist, Eugen Teufel, Franz Kopf, Otto Stern, Josef Schmieder, Alfons Müller, Walter Wodzisz, Jörg Deschensky und seit 2015 Manuel Wodzisz.

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